Ampelkarte kippt das Spiel: SpVg. Porz - VfL Vichttal 2:5

Der VfL Vichttal hat am elften Spieltag der Mittelrheinliga ein spektakuläres Auswärtsspiel bei der SpVg Porz mit 5:2 gewonnen – nach einem 0:2-Rückstand und in Überzahl. Mit dem Sieg zog das Team von Trainer Andi Avramovic nach Punkten mit Spitzenreiter Bergisch Gladbach 09 gleich.

 

Porz begann furios: Baran Tatu brachte die Hausherren nach einer Viertelstunde in Führung, ehe Shin-Young Hwang kurz vor der Pause zum 2:0 erhöhte. In dieser Phase lief für die Gastgeber vieles zusammen, auch weil Torwart Markus Wollnik mehrfach stark parierte. Trainer Jonas Wendt lobte seine Mannschaft ausdrücklich: „Wir wussten, dass wir einen guten Tag und einen starken Keeper brauchen. Den guten Tag hatten wir, den Torwart auch.“

 

Doch schon früh in der zweiten Halbzeit nahm die Partie eine entscheidende Wendung. Ibrahim Hajri sah in der 63. Minute Gelb-Rot – aus Sicht von Wendt die Schlüsselszene. „Der Knackpunkt des Spiels war ganz klar die Gelb-Rote Karte, die in meinen Augen extrem hart war“, sagte der Porzer Trainer. „Regeltechnisch kann man sie sicher geben, keine Frage – aber im Kontext des Spiels hätte man auch mit mehr Fingerspitzengefühl entscheiden können.“ Doch auch von seinem Spieler verlangt der 42-Jährge "mehr Cleverness, gerade wenn man bereits mit gelb vorbelastet ist."

 

Der Unmut des Porzer Trainers galt vor allem dem aus seiner Sicht fehlenden Gespür des Schiedsrichters: „Ein Schiedsrichter hat eine Verantwortung, ein Gespür für die Dynamik eines Spiels zu haben. Ich finde, die Gelb-Rote Karte ist zu hart, denn ich bin überzeugt: Mit elf Mann gewinnen wir dieses Spiel gegen einen Topgegner.“

 

Wendt ärgerte sich zudem über einige Entscheidungen in der Schlussphase: „Der Schiedsrichter hat in der zweiten Halbzeit fast alle 50:50-Entscheidungen gegen uns gepfiffen. Vichttal hatte gefühlt 40 bis 50 Freistöße, viele davon aus dem Halbfeld. Danach kippt das Spiel.“

 

atsächlich kippte die Partie komplett. Yassine Ali Gnondi traf zunächst doppelt (74., 85.) und sorgte für den Ausgleich, ehe Mustapha Chahrour (87.) und Henrik Artz (90.+1) die Partie drehten. In der Nachspielzeit setzte Gnondi mit seinem dritten Treffer den Schlusspunkt (90.+4).

 

Vichttals sportlicher Leiter Philip Gibbons sah trotz des klaren Ergebnisses Verbesserungspotenzial: „In der ersten Halbzeit vergeben wir unzählige Chancen, während Porz seine Möglichkeiten eiskalt nutzt. 


In der zweiten Halbzeit spielen wir dann von Beginn an auf ein Tor, brauchen aber erneut zu lange, um unsere Chancen zu verwerten. Nach dem Anschlusstreffer wurde es am Ende dann doch noch deutlich. Insgesamt ein verdienter Sieg für Vichttal – an unserer Chancenverwertung müssen wir weiter arbeiten.“

 

Während Porz trotz einer starken Vorstellung mit leeren Händen dastand, darf Vichttal jubeln. Der VfL steht nun punktgleich mit Tabellenführer Bergisch Gladbach an der Spitze der Mittelrheinliga.

 

(Der Text stammt von Andreas Santner und wurde auf FuPa Köln am 09.11.2025 veröffentlicht.)

 

Aufstellung SpVg. Porz:

Markus Wollnik (TW), André Rosteck (87. Gero Pletto), Metin Kizil (70. Metin Kizil), Marciano Aziz, Buhari Ibn Tusina (87. Ephraim Ngoma), Baran Tatu, Ibrahim Hajri, Simon Zinzius (70. Lars Rolle), Daniel Spiegel, Shin-Young Hwang (43. Raphael Kaik), Eungyu Kim

 

Tore SpVg. Porz

1:0 Baran Tatu (14.)

2:0 Shin-Young Hwang (38.)

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Veröffentlichung

So, 09. November 2025

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